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Zwei Künstlerinnen, Wanda Korfanty-Bednarek und Reni Wolf,
ermöglichen neun Frauen eine
Mutprobe.
Ein Projekt von Frauen für Frauen und mit Frauen nach einer großen Lebenskrise ist entstanden.
Uns Frauen des Projektes eint eine gemeinsame Erfahrung:
Die bange Zeit des Wartens mit der
Hoffnung auf Gesundheit.
Wir sind acht brustkrebserkrankte Frauen und eine gesunde Frau, die *Neunte.

*Das Wagnis der Umkehrung der tatsächlichen Statistik ist gewollt: Die Darstellung dieser neun Frauen in Fotos und Gemälden mit dem Bewusstsein des guten weiterlebenkönnens und dies mit dem Mut an die Öffentlichkeit zu gehen.
Nun stellt die Frage nach Schönheit sich neu, da die Minderheit die Mehrheit wird.
Oder bleibt es doch relativ?

Bilder von RENI WOLF


     
Begleitbuch zu der Ausstellung mit Fotos von WANDA KORFANTY-BEDNAREK
Buch
Das Buch hier kaufen

Das Buch "Zu war um schön zu sein...?"

136 Seiten, 26 x 23 cm, gebunden,
Preis: 28,- Euro
zu erwerben bei der Ausstellung in der Zeche Königin Elisabeth in Essen
oder online

 
55.000. Für viele eine unvorstellbare Zahl, für viele bloß das Ergebnis einer statistischen Erhebung,
doch letztlich für einzelne eine schmerzliche Zahl, denn circa 55.000 Frauen in Deutschland
werden jährlich mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert.
Greifbarer wird die Zahl wenn man sich vor Augen führt, dass alle 4 Minuten eine Frau den Schock
dieser unheildrohenden Diagnose durchstehen muss.

Mit anderen Worten: Jede neunte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.
Dank medizinischer Fortschritte werden die meisten Frauen geheilt. Medizinisch geheilt.
Was bleibt, sind Narben: Narben auf der Haut und in der Seele.
Die Künstlerinnen Reni Wolf, selbst an Brustkrebs erkrankt, und Wanda Korfanty-Bednarek wagen eine Umkehrung der Statistik: Sie porträtierten acht brustkrebserkrankte und eine gesunde Frau, die Neunte.
Die Darstellung dieser neun Frauen in Gemälden und Fotos dokumentieren das „weiterleben können“.
Dabei stellt sich auch immer wieder die Frage nach der Schönheit. Was ist Schönheit? Die Künstlerinnen definieren den Begriff „Schönheit“ in ihrer einmaligen Ausstellung neu und stellen sie überzeugend dar.

MamaMia
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PRESSEBERICHT MamaMia Pdf

 
WAZ Essen
Ausstellungseröffnung
Schönheit mit Makeln
Kultur, 16.04.2010, Christina Wandt
waz
Essen. Sie zeigen nicht makellose Schönheit, sondern Schönheit mit Makeln: Reni Wolf und Wanda Korfanty-Bednarek haben Frauen mit Brustkrebs portraitiert. Ihre Bilder sind nun in einer bemerkenswerten Ausstellung in der Zeche Königin Elisabeth in Frillendorf zu sehen.

Sie haben die Statistik auf den Kopf gestellt und die gängigen Vorstellungen auch. Wenn die Künstlerinnen Reni Wolf (52) und Wanda Korfanty-Bednarek (49) jetzt nackte Tatsachen zeigen, geht es ihnen nicht um makellose Schönheit, sondern gerade um Makel, um Narben auf Haut und Seele. Und während statistisch jede neunte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkrankt, zeigen sie Portraits von acht erkrankten Frauen und von nur einer (bislang) Gesunden. „Zu wahr um schön zu sein...?, fragt der Titel der Ausstellung, die am Sonntag um 15 Uhr in der großen Galerie in der Zeche Königin Elisabeth (Elisabethstraße) in Frillendorf eröffnet wird.

Bei Brust-OP denken die meisten an Silikon, nicht an Tumore

In einer Zeit, da viele bei Brust-OP vor allem an Silikon, Körbchengröße oder Busenwunder denken, sind hier Frauen zu sehen, deren Brüste operiert wurden, um Tumore zu entfernen, um Leben zu retten. „Ich wollte den Gegensatz zu all den Heidi Klums zeigen”, sagt Reni Wolf. Dabei ging es ihr weder um die Bebilderung einer Diagnose noch setzte sie auf einen vermeintlichen Reiz des Hässlichen. Hässlichkeit nämlich zeigt sie nicht - sondern Lebenslust, Selbstbewusstsein, Mut.

Traurigkeit strahlt nur ein Bild aus: das Selbstportrait von Reni Wolf. Auch sie hat eine Brustkrebs-Behandlung hinter sich, doch was sie bewegte, als sie vor knapp zwei Jahren mit ihrem Projekt begann, war der Tod ihres Mannes. „Das Bild entstand um seinen ersten Todestag herum, darum ist es so traurig.” Andererseits hätten dieses Bild und die Fotos, die Korfanty-Bednarek von ihr machte, die anderen Frauen ermutigt, am Projekt teilzunehmen.

Keine der Frauen wollte zu Hause die Hüllen fallen lassen

Freilich wollte keine zu Hause die Hüllen fallen lassen, und so traf es sich, dass die Künstlerinnen eine möblierte Wohnung als Studio nutzen konnten. Dort schafften sie mit Tüchern und andere Requisiten eine angenehme Atmosphäre. Trotzdem sei sie anfangs auch selbst befangen gewesen, gesteht Wanda Korfanty-Bednarek: „Aktfotografie war ein Novum für mich.“ Vier, fünf Stunden hätten sie mit jeder Frau verbracht, sie in Szene gesetzt. Jede habe dabei ein Symbol für ihre Persönlichkeit gewählt. Für die dreifache Mutter Rita etwa bedeute Kaffee vor allem Muße. So sitzt sie nun mit ihrer Tasse zwar an einer Theke, die an Hopper gemahnt, doch das Bild atmet keine Tristesse, sondern genussvolles Alleinsein.

Entwickelt haben sich die Bild-Inszenierungen oft aus den Fotoserien, die ursprünglich nur als Vorlage gedacht waren, damit die Frauen nicht so häufig nackt Modell sitzen müssten. Am Ende erkannten die Künstlerinnen den eigenständigen Wert der Fotos und fassten sie mit Reni Wolfs Bildern in einem Begleitbuch zur Ausstellung zusammen. Da sieht, liest man, was die Aktion bei den Frauen bewirkte. „Ich empfinde mich als schön, weil ich so schön in Szene gesetzt bin“, sagt Karola, die Stewardess, die auf Wolfs Bild selbst Schwingen zu haben scheint.

Plötzlich ist auch ein Besuch in der Sauna wieder möglich

Beflügelt fühlte sich auch die Frau, die wieder in die Sauna geht, obwohl sie anstelle der linken Brust eine Narbe trägt. Wohlwollend begleitet wurde das Projekt auch von den Familien. So hatte eine Tochter kein Problem damit, dass Fremde ihre nackte Mutter in einem Meer aus Luftballons sehen: „So lange Du nicht im Wohnzimmer hängst..“

Die Ausstellung ist montags von 17 bis 21 Uhr sowie dienstags bis freitags von 15.30 bis 19.30 Uhr zu sehen. Außerdem nach Vereinbarung: Tel. 78 08 58.

PRESSEBERICHT WAZ Pdf
Ausstellungseröffnung 18. April 2010
Fotos: Andrea Ennenbach
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PROJEKT ZKE